GEMEINSAMER
Einsatz
für ein funktio-
nierendes Berlin
Finanzsenator Stefan Evers hat mit berlinovo das Wesentliche im Blick.
Seit Juni 2023 ist Stefan Evers auch im Aufsichtsrat von berlinovo tätig.
Personalstrategie als Standortfaktor
Herr Evers, wenn Sie heute noch einmal als junger Berufsanfänger nach Berlin kämen – würden Sie sich eine Stelle beim Land zutrauen?
Stefan Evers: Na klar, das Land Berlin ist schließlich einer der spannendsten Arbeitgeber überhaupt. Wo sonst habe ich die Chance, eine der aufregendsten Metropolen der Welt mitzugestalten? Dazu kommt, dass Jobs im öffentlichen Dienst krisensicher, ordentlich bezahlt und sehr familienfreundlich sind. Deshalb bekommen wir auch viele Bewerbungen von außerhalb Berlins.
Wie sehr hat die Wohnungsfrage Ihren eigenen Blick auf Personalpolitik verändert?
SE_: Die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum entscheidet darüber, ob Menschen nach Berlin kommen – und hierbleiben. Wer in dieser Stadt keine bezahlbare Wohnung findet, der wird hier möglicherweise keinen Job annehmen, keine Ausbildung beginnen und auch keine Familie gründen. Dann wird das Wohnungsproblem zum Wirtschaftsproblem. Denn jede unbesetzte Stelle bedeutet weniger Leistungsfähigkeit und im Zweifel auch enorme Folgekosten. Umso wichtiger ist es, dass der neue Senat vor zwei Jahren den Hebel umgelegt und den Wohnungsbau zur Top-Priorität gemacht hat. Das sage ich ausdrücklich auch als Personalsenator in meiner Verantwortung für das Land Berlin als größter Arbeitgeber in der Region.
138.000
Menschen arbeiten im unmittelbaren Landesdienst in Berlin
138.000
Menschen arbeiten im unmittelbaren Landesdienst in Berlin
Wir gehen den demografischen Wandel, die digitale Transformation und die wachsende Last an Aufgaben entschlossen an.“
Stefan Evers
Senator für Finanzen von Berlin und Aufsichtsratsvorsitzender berlinovo
Laut aktueller Berechnungen müssen bis 2031 rund 40.000 Stellen altersbedingt bei Landesunternehmen neu besetzt werden. Ist das die größte personalpolitische Herausforderung dieser Dekade?
SE_: Definitiv! Wir befinden uns mitten im demografischen Umbruch. Die Zahl der Beschäftigten, die altersbedingt aus der Verwaltung ausscheiden, ist enorm. Diese Menschen werden wir nicht 1:1 ersetzen können – allein schon aufgrund der Tatsache, dass wir nicht der einzige Arbeitgeber in Berlin sind, der auf Nachwuchs- und Fachkräfte angewiesen ist. Umso wichtiger ist es, dass wir die Personalpolitik des Landes gründlich neu ausgerichtet und modernisiert haben. Wir müssen unsere Attraktivität als Arbeitgeber weiter steigern und die Verwaltung gleichzeitig so umbauen, dass wir auch mit weniger Beschäftigten leistungsfähig bleiben. Das schaffen wir mit unserem Personalentwicklungsprogramm 2030, kurz: PEP 2030.
Können Sie das Programm kurz vorstellen?
SE_: Das PEP 2030 ist unsere Antwort auf die personalpolitischen Herausforderungen dieser Zeit. Wir haben mit dem Recruiting, der Bezahlung, der Personalentwicklung, der Digitalisierung und dem Beschäftigtenwohnen strategische Handlungsfelder definiert, um die Leistungsfähigkeit der Berliner Verwaltung langfristig zu sichern. Kurzum: Wir gehen den demografischen Wandel, die Verknappung von Personalressourcen, die digitale Transformation und die wachsende Last an Aufgaben entschlossen an. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang vor allem unsere Anstrengungen beim Beschäftigtenwohnen.
Berlin ist Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und damit in vielen Fragen tariflich gebunden. Wo liegen für Sie die Spielräume, um Berlin im Wettbewerb um Fachkräfte trotzdem attraktiv zu machen?
SE_: In der Tat sind uns bei der Vergütung der Tarifbeschäftigten Grenzen gesetzt. Aber es geht ja bei der Wahl des richtigen Jobs nicht nur um Geld. Als Land Berlin bieten wir sinnstiftende Aufgaben. Unsere Beschäftigten bringen sich für das Gemeinwohl ein; sie halten unsere Stadt am Laufen. Gleichzeitig bieten wir moderne und flexible Arbeitsbedingungen, die in der Privatwirtschaft längst nicht mehr alltäglich sind. Auch darauf kommt es an.
Wenn man in zehn Jahren auf diese Legislaturperiode zurückblickt – woran würden Sie erkennen wollen, dass sich die Investitionen ins Beschäftigtenwohnen ausgezahlt haben?
SE_: Ein wesentliches Indiz für den wirtschaftlichen Erfolg des Beschäftigtenwohnens liegt sicherlich in der Vermietungsquote. Da bin ich sehr optimistisch: Beispielsweise im berlinovo-Objekt an der Iranischen Straße stehen ab Juni dieses Jahres 100 Apartments für Auszubildende in Mangelberufen zur Verfügung, die schon jetzt stark nachgefragt sind. Ich bin fest überzeugt, dass das Beschäftigtenwohnen noch lange ein wichtiger Baustein unserer Personalpolitik für Berlin bleiben wird – und davon haben alle etwas.
HERR EVERS, DANKE FÜR DIESES GESPRÄCH!
Landesbeschäftigte der Polizei sollen schnell das passende Apartment finden.